subspace...oder doch was anderes?

BDSM spielt sich hier vor allem im Kopf ab
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black_diamond
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subspace...oder doch was anderes?

Beitrag von black_diamond » 26. Jul 2012 22:44

Habe eine Frage an euch – es geht dabei um eine Erfahrung, die ich nicht ganz einordnen kann – aber einordnen ist für mich irgendwie wichtig. (Da dies mein erster Beitrag ist – falls ich mich zuerst vorstellen soll oder was über mich erzählen soll, sagt mir das bitte einfach, möchte nicht unhöflich mit der Tür ins Haus fallen).

Naja auf jeden Fall: Ich hatte jetzt mehrmals Situationen, also in Positionen, welche ich als demütigend empfinde, in welchen ich einfach irgendwie „weg“ war. Es war aber nicht so „subspace“-mäßig (zumindest nicht für mich) – mein Kopf war sehr leer dabei, ich habe mich einsam gefühlt (aber es war erstaunlicherweise nicht negativ). Gleichzeitig war mir bewusst, dass die Situation bald vorbei sein wird und darüber war ich froh. Das ist für mich der qualitative Unterschied zu dem, was ich als subspace bezeichne, denn in dem fühl ich mich vollkommen wohl (bzw. mehr als wohl, ist seeehr nett dort und geil), während es in diesen Situationen keine wirklich positive oder negative emotionale Wertigkeit gab, es war einfach sehr still und leer. Danach wurde ich jeweils von dem dominanten Part (es ist mir schon mit 2 unterschiedlichen Männern passiert) einfach in die Arme genommen etc. und es war sofort ein ganz intensives Gefühl des geliebt-werdens da (hab mit beiden keine Beziehung) und ich hab mich sofort wahnsinnig wohl gefühlt. Die Situationen selbst waren für mich nicht wirklich sexuell erregend, keine Ahnung, ich war einfach mit dieser Leere beschäftigt, so dass kein Platz für etwas anderes war…

Für mich ist es vollkommen ein anderes Gefühl als jenes, welches ich erlebe, wenn ich in diesen oft zitierten subspace rutsche und ich habe keine Ahnung was das sein könnte. Es ist wie gesagt weder positiv noch negativ nur verwirrend (tendenziell aber eher positiv, da ich schon mitbekomme, dass es meinem Gegenüber gerade gut tut, was passiert).

So, ich hoffe ich habe meine Eindrücke halbwegs verdeutlichen können, ohne zu lange zu schreiben. Meine Fragen an euch: Kennt ihr diesen Zustand auch (egal ob D/s) und wie nennt ihr ihn bzw. was läuft da ab?

SevenSins
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Re: subspace...oder doch was anderes?

Beitrag von SevenSins » 4. Aug 2012 10:05

Das was du beschreibst erlebe ich in Momenten, die mich emotional überfordern. Ich fühle dann einfach nur noch Leere um dem Auseinandersetzen mit der Situation zu entgehen. Könnte es in diese Richtung gehen?

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chili{Tq}
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Re: subspace...oder doch was anderes?

Beitrag von chili{Tq} » 5. Aug 2012 12:54

Hallo black diamond,

ich muss sagen, meine erste Vermutung geht auch in die Richtung der Deutung von SevenSins.
Du sagst, deine Gefühlsqualität in dem Zustand ist weder gut noch schlecht - hast du denn das Gefühl, du hast da noch Kontakt zu deinen Gefühlen, zu dir selbst gewissemaßen? Oder kommt diese emotionale Neutralität vielleicht daher, dass du dich in dem Moment sozusagen von dir selbst entfernst, um die eigentlich unangenehme Situation besser auszuhalten? (...und dein Gegenüber, dem das womögliche gefällt, aber zufriedenstellen zu können?)
Magst du mal versuchen, dein Empfinden in dieser Situation näher zu beschreiben?
Hat dein Gegenüber irgendwas an deinen Reaktionen gemerkt, dass es "anders" war als sonst?
Wie war deine Beziehung zu deinem Gegenüber in solchen Spielsituationen? (also, seid ihr Freunde, seid ihr in einer Beziehung miteinander, oder irgendwas anderes?)
Sind es immer ähnliche Situationen, in denen du in diese Leere rutscht, gibt es irgendetwas, was diesen Situationen gemein ist?
Und als Gedankenexperiment: Wie würdest du dich fühlen, wenn du vor so einer unangenehmen Situation Nein-sagen würdest?

LG,
chili
I have learned a lot (..) over the years, but frankly, a lot my experiences and the resulting lessons can be boiled down to one crude but pithy rule that I adhere to religiously:
Don't stick your dick in crazy. (Mistress Matisse)

black_diamond
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Re: subspace...oder doch was anderes?

Beitrag von black_diamond » 10. Aug 2012 10:21

Danke erstmal für eure Antworten, ich musste darüber ziemlich lange nachdenken, bin aber nicht wirklich weiter gekommen, obwohl wir da an der richtigen Stelle zu kratzen scheinen…

Um beim leichter erklärbaren Teil anzufangen: Beide Partner haben wohl sicher gemerkt, dass ich grad wo anders war. Das schließe ich aus den Reaktionen, die sie daraufhin bzw. danach gezeigt haben. Gesprochen habe ich mit beiden nicht darüber. Das ist vielleicht ein Punkt den ich ändern möchte.

Das Gedankenexperiment habe ich insofern betrieben, als ich mich gefragt habe, was passiert wäre, wenn ich die Situation (ich bezieh mich mal auf die letzte, die ist noch am deutlichsten präsent) unterbrochen hätte: Ich hätte dann nicht erfahren, wies in mir weiter geht und das hätte mich doch noch mehr verwirrt…Hm vor allem, ich muss es nochmal betonen, es war für mich nicht negativ, nur irgendwie leer…ich hab mich auch irgendwie gleichzeitig von außen gesehen dabei, was eure Theorien des „sich entfernens“ natürlich irgendwie bestätigt…Gleichzeitig bin ich aber schon in der Lage, mich zu fragen, ob ich weiter machen will. Ich hab mich dann z.B. auch mehr auf das körperliche Empfinden konzentriert (und nebenbei meine Kopf-Leere weiter überwacht). Huch das klingt kompliziert…Naja typisches multitasking *g*

Einen wirklichen gemeinsamen Nenner hab ich für die Situationen nicht gefunden. Einzig, dass es für mich demütigende Situationen waren, bzw. dass ich sie eben emotional gar nicht richtig einordnen kann. Und vielleicht vor allem, dass ich davor auch nicht einschätzen konnte, wie ich darauf reagieren könnte bzw. mir nicht so viele Gedanken darüber gemacht habe, da ich die Spielvorschläge an sich nicht schlimm fand oder so…Irgendwie bin ich dann jedes Mal erst in der Situation drauf gekommen dass es anders ist als erwartet….

Es ist also zusammenfassend gesagt nicht so, dass es total überfordernd wäre (sonst würde ich das in Zukunft sicher vermeiden wollen) – ich möchts halt für mich einordnen, u.a. eben um eine Überforderung zu vermeiden. sorry ist wieder ein längerer text geworden...danke fürs mitlesen

Sabse90
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Re: subspace...oder doch was anderes?

Beitrag von Sabse90 » 8. Sep 2017 22:32

also für mich hört es sich so an, als ob du dich nicht entscheiden könntest, ob du die jeweilige Situation gut oder schlecht findest... Ob du es magst oder nicht. Deswegen versuchst du dich unbewusst von außen zu betrachten, um die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Dass du dabei nicht mehr ganz bei der Sache bist, verstört dich aber und deswegen bist du froh, wenn es vorbei ist. Ganz tief innen spührst du aber, dass es nichts schlimmes ist. Deswegen fühlst du auch nicht direkt eine Überforderung.

Sicher, kannst das aber nur DU sagen. Kann sein, dass das in eine völlig falsche Richtung geht. Sind nur meine Gedanken dazu

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