Atemkontrolle/Atemreduktion

BDSM spielt sich hier vor allem im Kopf ab
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Asphyx
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Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von Asphyx » 8. Apr 2012 14:59

Zunächst mal vorab: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieses Thema zu DS gehört. SM passte allerdings auch nur bedingt... Also verschiebt es gegebenenfalls - oder lasst es eben sein ;)

Also worum geht's? Wie die Überschrift schon sagt: Atemkontrolle bzw. Atemreduktion!

Ich selbst bin ein leidenschaftlicher Anhänger dieser Spielart, die natürlich ein gewisses Maß an Vertrauen voraussetzt. In den letzten ca. 15 Jahren habe ich umfassende Erfahrungen in dem Bereich gemacht, sowohl passiv als auch aktiv. Dabei kam ausschließlich die Variante "Bagging" zur Anwendung, was meinem besonderen Faible für Plastik geschuldet ist :P

Aber es gibt ja auch noch verschiedene andere, meist gewlattätigere Methoden, so z.B. HOM, Facesitting, Würgen, Strangling, Hanging, Drowning etc. pp.

Meine Frage nun: Wie sieht's bei euch aus? Habt ihr Erfahrungen mit Atemkontrolle/Atemreduktion? Wenn ja, inwiefern? Was reizt euch daran? Habt ihr besondere Vorlieben/Empfehlungen? Bin auf eure Antworten gespannt!

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Da Wüst
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Re: Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von Da Wüst » 9. Apr 2012 18:21

Servus!
Zuerst einmal finde ich, daß Atemrduktion vollstes (!) Vertrauen erfordert, sobald grenzwertig (bis hin zur Ohnmacht) gespielt wird.
Von der Verwendung von Hilfsmitteln halte ich persönlich rein gar nichts. Aber das bleibt ja jedem selbst überlassen. Persönlich bevorzuge ich die eher puristischen Methoden wie das Würgen mit Hand und Ellbogenbeuge, bzw. Kniekehle oder dem Bedecken von Mund und Nase mit den Händen. Liegt wohl auch daran, daß ich recht große Hände und Kampfsporterfahrung habe.
Die Verwendung von Hilfmitteln finde ich ehrlich gesagt zu riskant. Dabei kann die aufgewendete Kraft nicht wirklich eingeschätzt werden. Auch bei vorhandener Erfahrung würde ich davon abraten Gürtel und Ähnliches zu verwenden, da sich diese mittles dem Dorn an der Schnalle evtl. nicht mehr lösen lassen. Auch von verknoteten Seilen (Schlingenknoten, Schlaufen, Laufknoten,...) sollte man die Finger lassen. Doch jetzt genug der Warnungen!
Der Reiz liegt für mich darin, eine so hohes Maß an Kontrolle über meine Partnerin zu haben, wie es anders nicht möglich ist. Ich kann in meiner Hand spüren, wenn sie versucht den ersten Atemzug zu machen. Ihr Wohl liegt dann im wahrsten Sinn des Wortes in meiner Hand. Und als guter Dom bin ich verantwortlich für ihr Wohl. Diese Verantwortung und dieses Vertrauen gibt mir einen ganz besonderen Kick, der sich nicht beschreiben läßt. Ich glaube es ist diese Hingabe an mich, die mich dabei so heftig erregt.

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Asphyx
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Re: Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von Asphyx » 9. Apr 2012 18:47

Da Wüst hat geschrieben: Zuerst einmal finde ich, daß Atemrduktion vollstes (!) Vertrauen erfordert, sobald grenzwertig (bis hin zur Ohnmacht) gespielt wird.
Wobei die Frage ist, ob mensch bewusst bis zur Ohnmacht spielen sollte. Natürlich kann sowas auch "aus Versehen" passieren, nur sollte mensch diesen Zustand nicht mutwillig anstreben - weil Ohnmacht stets unkalkulierbare Gefahren in sich birgt. Ohne umfassende medizinische Kenntnisse sollte das also tabu sein. Ich muss allerdings zugeben, dass mich der Gedanke daran schon irgendwie reizt ;)
Da Wüst hat geschrieben: Von der Verwendung von Hilfsmitteln halte ich persönlich rein gar nichts. Aber das bleibt ja jedem selbst überlassen. Persönlich bevorzuge ich die eher puristischen Methoden wie das Würgen mit Hand und Ellbogenbeuge, bzw. Kniekehle oder dem Bedecken von Mund und Nase mit den Händen. Liegt wohl auch daran, daß ich recht große Hände und Kampfsporterfahrung habe.
Die Verwendung von Hilfmitteln finde ich ehrlich gesagt zu riskant. Dabei kann die aufgewendete Kraft nicht wirklich eingeschätzt werden. Auch bei vorhandener Erfahrung würde ich davon abraten Gürtel und Ähnliches zu verwenden, da sich diese mittles dem Dorn an der Schnalle evtl. nicht mehr lösen lassen. Auch von verknoteten Seilen (Schlingenknoten, Schlaufen, Laufknoten,...) sollte man die Finger lassen.
Ja, da hast du natürlich Recht! Gürtel und verknotete Seile können leicht zur Falle werden. Aber wie ich sehe denkst du bei Atemkontrolle/Atemreduktion ohnehin fast ausschließlich an Varianten des Würgens bzw. Strangulierens, was meiner Meinung nach beides große Verletzungsgefahren (Kehlkopf etc.) in sich birgt. Zudem ist die Lage wie auch beim Mund/Nase zuhalten schwer einschätzbar, weil die Atmung direkt blockiert wird.

Ich bevorzuge daher Techniken, die mit Rückatmung arbeiten, also die Verwendung von Masken, ggf. mit Atembeutel, und insbesondere auch durchsichtigen Plastiktüten. Je nach Größe der Tüte lässt sich der Luftvorrat beliebig variieren und mensch kann unterschiedliche Effekte erzeugen. Weiterer Pluspunkt: Im Notfall lässt sich eine Tüte ohne Weiteres zerreißen. Dazu ist diese Methode von vornherein weniger gewaltsam und Sub kann mitunter richtig genießen, während gewürgt oder gedrosselt werden von Anfang an recht unangenehm und stressbehaftet ist.

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Da Wüst
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Re: Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von Da Wüst » 11. Apr 2012 15:07

Wobei die Frage ist, ob mensch bewusst bis zur Ohnmacht spielen sollte. Natürlich kann sowas auch "aus Versehen" passieren, nur sollte mensch diesen Zustand nicht mutwillig anstreben - weil Ohnmacht stets unkalkulierbare Gefahren in sich birgt. Ohne umfassende medizinische Kenntnisse sollte das also tabu sein.
Zuerst einmal sei gesagt, daß die Ohnmacht nicht zwangsläufig das Ziel des Spiels ist. Sollte eine Ohnmacht "aus Versehen" eintreten, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen, ob ich nicht doch lieber die Finger davon lassen sollte. Deshalb sollte auch nicht jeder Trottel, der den erste-Hilfe-Kurs im Rahmen des Führerscheins gemacht hat, einfach munter drauf los würgen. Keine Frage.
Aber wie ich sehe denkst du bei Atemkontrolle/Atemreduktion ohnehin fast ausschließlich an Varianten des Würgens bzw. Strangulierens, was meiner Meinung nach beides große Verletzungsgefahren (Kehlkopf etc.) in sich birgt. Zudem ist die Lage wie auch beim Mund/Nase zuhalten schwer einschätzbar, weil die Atmung direkt blockiert wird.
Wie schon erwähnt, habe ich Kampfsporterfahrung und dementsprechende Kenntnisse über Würgetechniken, mögliche Verletzungen und Wirkungsweise. Als ausgemachter Sadist habe ich natürlich eher etwas davon direkt Hand anzulegen, als eine Tüte meine "Arbeit" machen zu lassen.
Dazu ist diese Methode von vornherein weniger gewaltsam und Sub kann mitunter richtig genießen, während gewürgt oder gedrosselt werden von Anfang an recht unangenehm und stressbehaftet ist.
Die Reduzierung des aufzunehmenden Sauerstoffs oder der Versorgung des Gehirns mit sauertoffhaltigem Blut (gleich welche Praktik) ist ab einem gewissen Punkt immer(!) eine Streßbelastung. Damit wird eine Urangst angesprochen, die in jedem steckt. Es geht dabei nicht nur um das vorangehende Schwindelgefühl, sondern auch um die Ausschüttung von Adrenalin, die der beginnenden Panik vorangeht und damit den eigentlichen Kick verursacht. Daß sich Würgen anfangs unangenehm für Sub anfühlt, verstärkt nur das Unterlegenheitsgefühl. Ist jetzt sicher Geschmackssache, aber ich hab das aus Gesprächen mit verschiedenen Subs als gemeinsamen Nenner identifiziert.

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helvete
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Re: Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von helvete » 21. Nov 2012 01:16

zum thema würgen zitiere ich einmal wiki (obwohl wiki keine hinreichende secundärliteratur ist ...):
"... Beim Karotissinus-Syndrom ist der Reflex pathologisch verstärkt und kann in bestimmten Situationen (z. B. beim Rasieren oder beim Tragen eines sehr engen Kragens) zu einem vorübergehenden Herzstillstand oder einem sehr starken Abfall des Blutdrucks mit folgender Synkope führen. Durch Druck auf die Karotisgabel (Karotissinusdruckversuch) kann der Reflex künstlich ausgelöst und die nachfolgende Kreislaufreaktion ..."

auch mit kampfsporterfahrung halte ich das würgen, strangulieren, knebelkette, ... für bedenklich und gefährlich.
nichts desto weniger ist es jeden doms eigene entscheidung, letztendlich muß er die kosequenzen tragen.
Bei mir steht der Mensch im Mittelpunkt -zielorientiertes Handeln ...

Strange things happen when you party naked ...

ichhasseschubladen
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Re: Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von ichhasseschubladen » 22. Dez 2012 13:02

First, ich praktizieren das aktiv und passiv. Ist stark Risikobehaftet, klar. Manche Wahrnehmungen haben nunmal ihren Preis...

Zu den Risiken habe ich noch eine kleine Anmerkung:
Physische Manipulationen haben Risiken, aber auch die indirekten Manipulationen mittels rebreathern sind nicht ohne.
Kleine Volumina haben den Vorteil, dass die Panik schneller da ist, weil die O2 Saettigung schnell stark sinkt.

Viel wesentlicher in dem Punkt sind grosse Volumina, Stichwort Atemdepression, Co2-Saettigung, Toxizitaet, diverse Medikamente etc. ...ab einem gewissen Punkt kann es dazu kommen, das der Koerper schlicht das Atembeduerfnis "vergisst". Und nicht jeder hat eine O2 Flasche daheim :D

Aber in dem Punkt ist es wie ueberall, einfach losfummeln ist nicht. Als Anlauf rate ich da mal zu einem Besuch bei einem Tauchlehrer, und dann im Nachgang einen Tauchmediziner zu befragen. - Fuer die Apparateuser

Rein physisch Wuergen, und Reflexpunkte nutzen ist weit weniger kompliziert und medizinisch leichter zu handeln.
Selbst ein zermatschter Kehlkopf bedeutet nicht den Tod, nur ein aeusserst unangenehmes Erlebnis fuer alle Beteiligten.
Einen Kardiologen und evtl mal einen Unfallchirurgen zu fragen ist ganz nuetzlich im Vorfeld.

Generell sind die Zeitfenster fuer korrektes Handeln so klein, dass man sagen kann - Warten auf den Notarzt und Krankenwagen ist NICHT!

EDIT: Etwas nicht unwesentliches vergessen: LASST Euch medizinisch komplett durchchecken...eine geschaedigtes Gefaess im Kopf, welches beim Spiel den Geist aufgibt, und dann hat es sich erledigt. Da kommt man nicht ohne bohren und fraesen ran, Erstversorgung am Strassenrand geht da nicht.

Anna-Marie
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Re: Atemkontrolle/Atemreduktion

Beitrag von Anna-Marie » 10. Jan 2014 03:24

habe hier gerade recht aufmerksam mal alles durchgelesen. Dachte immer, es sei ganz ungefährlich, was ich tue. Und hoffe, dass ich das jetzt bestätigt bekomme (da ihr ja alle viel erfahrener seid)

in meiner letzten Beziehung hab ich mich das erste mal würgen lassen. Wobei das nie so heftig war, das ich nicht atmen konnte, sondern sich durch das Drücken mit der flachen Hand, wenn er in der Missionarstellung über mir war, mein Atmen reduziert hat und die Stimme verändert hat. Das erzeugt bei mir Glücksgefühle und keine Panik. Ist das auch schon gefährlich?

Bin dankbar für alle Antworten

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