Liebe vs. Dominanz

BDSM spielt sich hier vor allem im Kopf ab
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Smile
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Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von Smile » 4. Apr 2010 23:54

Ich setze nun mal mit dem Ansatz an, in der Partnerschaft besteht eine festere Bindung als nur bei einer Freundschaft, man kennt sich man vertraut sich mehr als in der Freundschaft. Somit sollte man doch eine solide Basis haben und die sich nicht gleich wegen einer Kleinigkeit zerbricht oder schaden nimmt. Zum andern man kennt dem andern seine Vorlieben im Spiel, und möchte ja auch seine Wünsche und Sehnsüchte erfüllen, auch wenn es bedeutet auspeitschen bis aufs Blut, und demütigen bis aufs Mark. Den der Meta-Konsens es ist alles nur Spiel und dort ist alles erlaubt was Vereinbart ist.

In einer Beziehungen fühle ich mich sicherer als nur in Freundschaftlichen Beziehungen, es ist dann mein Partner der mir wichtig ist dort stecke ich mehr Herz und Muse hinein als nur für eine Spielbeziehung. Dies mag auch mit der Art zusammen hängen mit der ich Spiele, ich mache nicht viele Absprachen sondern Beobachte, und je mehr ich jemanden kenne und dieser mir vertraut desto intensiver kann das Spiel werden, und man sollte nicht die Liebe unterschätzen. ;) Über ein versautes Spiel kann man reden, in einer Beziehung, denn man hat schon mehr zusammen durchgestanden als ein versautes Spiel anrichten könnte.
Die Welt kann nicht untergehen, kein Ozean im All. ;)

Erika

Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von Erika » 5. Apr 2010 12:20

Ich denke auch das eine Session eine Session ist und wenn ein Dom da Probleme hat und dem Sub nicht "wehtun" will/kann hat das vielleicht auch mit seiner eigenen Rolle zu tun über die er sich nicht so ganz sicher ist. Was ja manchmal echt durhc Kleinigkeiten ausgelöst werden kann, oder in Streßphasen (z.B. Arbeit) passieren kann.
Und sicher gibt es da unterschiede zwischen nur Spielbeziehung und Partnerschaft. Aber ich denke drüber reden können sollte man in beiden Beziehungen. Wenn ich mich in einer Spielbeziehung nicht sicher genug fühle z.B. etwas anzusprechen stimmt da was nicht so ganz, dann ist der Knacks schon vorhanden. Genau so ist doch das Leben. Es ist alles ein Prozess alles entwickelt sich und verändert sich unablässig und Standpunkte sind immer und überall mal wieder neu zu definieren.

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Carisa
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Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von Carisa » 5. Apr 2010 13:50

mmm ich überleg grad ob ich mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt habe...

es ist ja nicht nur so, dass Sub eine Grenze hat, auch Dom hat eine
und ich denke durchaus, dass Dom vielleicht dann, wenn er sein Subbie da vor sich hat, eher Probleme hat auch an seine Grenze zu spielen wenn er das Subbie liebt
aus welchen Gründen das so ist, ist sicher unterschiedlich, das mit dem Beziehungsstress war nur eine Vermutung von mir, es kann auch einfach die Angst davor sein, Erwartungen nicht zu erfüllen oder so...mein Ex hat ewig versucht alles richtig zu machen und je mehr er auf meine Wünsche eingegangen ist, desto weniger hats gepasst, weil es eben nur noch topping from the buttom war

in gewisser Weise ists doch ein Teufelskreis: Dom will meistens ja doch das, was Subbie toll findet, weil er sich dann auch super fühlt, Subbie ist gern für Dom da und möchte das für Dom aushalten was der toll findet. Tja aber Dom ist nun mal der bestimmende Part, also wird er hauptsächlich das machen was Subbie toll findet und ggf. nur sehr wenig von dem einfließen lassen, was er noch super findet. U.a. auch weil das ja ggf. darin endet, dass Subbie gar keinen Bock mehr hat, weil es ja dann doch nicht so das richtige ist.

Und dieses Problem hat man in einer Spielbeziehung, wo man sich eigentlich hauptsächlich auf der Dom-Sub-Ebene trifft halt weniger als wenn man sonst noch eine Partnerschaft hat, wo man im Alltag sich auf gleicher Augenhöhe gegenübersteht und dann im Spiel in die Dom-Sub-Ebene geht. Da nimmt man dann plötzlich "Rollen" ein, die man sonst mit diesem Menschen nicht so lebt und wo einem vielleicht genau das dazwischenfunkt, dass man sich sonst auf Augenhöhe begegnet.
Da treffen dann Sub mit seinem Kopfkino auf Top mit dessen Kopfkino und das muss irgendwie übereingebracht werden. Ich denke halt, dass in einer Beziehung das irgendwie viel mehr erwartet ist, dass die Kopfkinos des jeweils anderen gelebt werden als in einer Spielbeziehung, wo jeder halt sein Ding "ohne Rücksicht auf Verluste" durchzieht. Ich denke dass Dom (natürlich auch abhängig vom Charakter) da dann einfach über seinen Schatten springen muss und so "egoistisch" sein auch mal sein Kopfkino durchzudrücken. Meine Erfahrung zeigt mir aber, dass das eben doch recht schwer ist, wenn Liebe mit dabei ist...
Das Leben ist eine zu 100 % tödliche Krankheit, die auf sexuellem Wege übertragen wird.

Erika

Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von Erika » 5. Apr 2010 14:36

Ich denke auch das es ein Unterschied ist ob man noch Alltag zusammen lebt oder nicht. Gerade mit den Rollen. Aber ich habe das auch bei meinem Meister gemerkt und mir, obwohl wir keine Beziehung im eigentlichen Sinne gelebt haben. Also mit unserem Sein im jeweils eigenen Alltag bzw. dem Umgang miteinander ausßerhalb einer Session und dann der wechsel in die Session. Aber ich bin mir nicht sicher ob Liebe da der auschlaggebende Grund ist, sondern ich denke eher das das was mit Slebstbewußtsein, Selbstwert zu tun hat. Wo ich auch schon erlebt habe, und auch später feststellen konnte das es so war: das mein Meister versucht etwas zu sein was nicht wirklich aus seinem tiefem Herzem kommt, sondern er hatte ein Bild von etwas wie es wohl zu sein hat...anstatt danach zu schauen was bei Ihm selbt eigentlich ist. Und sowas funktioniert nie. Egal ob im BDSM oder in einer anderen Beziehung. Es führt immer zu Brüchen wenn nicht jeder er/sie selbst ist sondern sich mehr nach den Wünschen des anderen, oder irgendwelchen Gepflogenheiten richtet.
Ich finde es ganz unbedingt wichtig wirklich das zu tun was aus einem Selbst herraus will. Und wenn der andere das nicht mag oder nicht klar kommt muß man drüber reden und versuchen Kompromisse zu finden. Wenn das dann so gar nicht funktioniert passt es vielleicht einfach nicht. Dieses alles richtig machen wollen ist echt ne fatale Sache. Ich kenn das von mir und ich kenne das auch von meinem Meister und es ist echt Mist. Gesunder Egoismus gehört zum Leben dazu, und wenn man den nicht hat sollte man sich einfach mal sich selber widmen und nach den Ursachen suchen. Zuallererst sollte man sich selbt am nächsten sein, der wichtigste Mensch im Leben ist man imemr selber, den hat man auch immer dabei und mit dem sollte man zuallererst und an definitiv 1. Stelle klar kommen. Und wer ist schon perfekt. Nobody. Wär auch eher unmenschlich.

LG N.E.
Danke für den Austausch hier

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tiguar
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Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von tiguar » 7. Apr 2010 18:47

"It is because you are my favourite, my choice, that you must suffer the most." Habe ich letztens in einem Blog gelesen. War einer der seltenen Momenten, in denen ich das Gefühl hatte, dass jemand genau ein inneres Gefühl, einen waagen Gedanken der mich schon seit längerem begleitet, treffend formuliert hat. Wenn ein sub dieses Prinzip nicht versteht, ist es manchmal schon sehr schwer für seinen Top.

Ich glaube dass dieses Problem 24/7 Spieler härter tangiert. Ich kann es nur gerade nicht erklären, was auch an meinen ständigen Kopfschmerzen liegt.
"Unnütz jemandem einen Gedanken erklären zu wollen, dem eine Anspielung nicht genügt.

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chili{Tq}
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Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von chili{Tq} » 7. Apr 2010 21:49

@tiguar: Wow, was für unglaublich tolle Worte. - ich liebe diesen Denkansatz bei einem Herrn.
*gänsehaut bekommen hab*
I have learned a lot (..) over the years, but frankly, a lot my experiences and the resulting lessons can be boiled down to one crude but pithy rule that I adhere to religiously:
Don't stick your dick in crazy. (Mistress Matisse)

Jade
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Re: Liebe vs. Dominanz

Beitrag von Jade » 15. Apr 2010 22:59

Ich kann keinen Vergleich ziehen, weil wir von Anfang an unsere Machtkonstellation und eine Liebesbeziehung hatten, aaaber... die Liebe ist gewachsen - und er ist immer mehr bereit, mich härter zu behandeln. (SM und DS - sowohl schmerzhaftere als auch demütigendere Spiele)
Anfangs hatte ich befürchtet, dass er zu viel Rücksicht nehmen könnte... und gelegentlich ist es auch so, dass ich ihn wohl unterbewusst von einem Vorhaben abbringe, weil ich ihm leidtue oder sonstwas... aber im Großen und Ganzen glaube ich, dass es ihn viel mehr reizt, *mich* zur Verzweiflung zu treiben als irgendwen anders...
Wie soll ich sagen... gewissermaßen ist es doch "gemeiner" und "tabuisierter", jemandem wehzutun, den man liebt, also jemanden zu verletzen, den man nicht liebt... und gerade deswegen kann das spannender sein. Auch von meiner Seite aus - dieses herrliche Hin- und Hergerissensein zwischen Faszination und Widerwillen, zwischen Liebe und Hass, wenn er mich besonders quält... mhhh.

Was allerdings ein Nachteil ist, wenn man es nur auf die Intensität bezieht... wenn er weiß, dass es mir schlecht geht, dann ist er viel zurückhaltender als sonst, auch wenn ich gerade das Gegenteil bräuchte.

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