Vasektomie

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Kotty
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Vasektomie

Beitrag von Kotty » 9. Jan 2011 18:05

Wie ich ja schon mal geschrieben habe ist meine Familienplanung, auch aus Gesundheitlichersicht, abgeschlossen. Da ich ja auch keine feste Partnerin mehr habe, habe ich mir gedanken um die Verhütung in Zukunft gemacht.

Da ich die Überzieher nicht mag und es eh eine endgültige Sache ist (Gesundheit) bin ich bei der Vasektomie (Sterilisation des Mannes) gelandet. Leider ist das, zu mindest psychisch, so ne Sache. Außerdem ist es ja auch nicht Risikolos.

Also was da medizinisch gemacht wird ist mir klar. Aber wie sind eure Erfahrungen?
An die Männer: Wie seid ihr zu einer Entscheidung gekommen und gedanklich damit klar gekommen? Gab es Komplikationen? Wie ist es danach? Gibt es Unterschiede/Veränderungen?
An die Frauen (mit entsprechenden Erfahrungen): Wie ist es für euch? Gibts beim Sex einen Unterschied ob der man sterilisiert ist oder nicht?
Die meisten Männer können nicht so perfekt unterdrücken, wie es die Frauen lieben.

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Carisa
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Re: Vasektomie

Beitrag von Carisa » 12. Jan 2011 13:53

Kotty hat geschrieben:Aber wie sind eure Erfahrungen?
An die Männer: Wie seid ihr zu einer Entscheidung gekommen und gedanklich damit klar gekommen? Gab es Komplikationen? Wie ist es danach? Gibt es Unterschiede/Veränderungen?
An die Frauen (mit entsprechenden Erfahrungen): Wie ist es für euch? Gibts beim Sex einen Unterschied ob der man sterilisiert ist oder nicht?
Da ich gute 2 Jahre etwas Beziehungsartiges mit jemandem hatte, der sterilisiert war, kann ich dir da vielleicht ein paar Antworten geben:

Die Entscheidung hat er getroffen, weil er sich zu 100 % sicher war, dass er nie Kinder haben will, unabhängig von einer Frau. Damit war für ihn das der ganz logische Schritt.
Komplikationen gab es keine und auch in anderen Foren, wo ich zu dem Thema schon diverses gelesen habe, habe ich noch von keinen gehört.
Veränderungen gibt es wohl auch keine, nach der Verheilphase ist wohl alles so wie vorher (wenn ich mich richtig an die Erzählungen erinnere)

Für mich als Frau: beim Sex hab ich (auch wenn ich jetzt keinen Vergleich zu vor der Steri mit dem Mann habe) keinen Unterschied festgestellt. Was soll auch anders sein?
Das Leben ist eine zu 100 % tödliche Krankheit, die auf sexuellem Wege übertragen wird.

sternwandler
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Re: Vasektomie

Beitrag von sternwandler » 10. Apr 2014 18:11

da ich erst heute auf dieses Forum gestoßen bin, fällt meine Antwort zwar etwas spät aus,
aber es ist mir wichtig hier für später Interessierte meine Erfahrungen zu diesem Thema kundzutun.

Ich selbst habe mich schon vor über 20 Jahren sterilisieren lassen, da ich mit Sicherheit weiß, dass ich keine Kinder haben will.
Gleich vorweg gesagt:
DAS WAR DIE BESTE ENTSCHEIDUNG MEINES LEBENS :D :D :D :-)
UND ICH WÜRDE ES JEDEM MANN DRINGEND ANS HERZ LEGEN DAS SELBE ZU TUN,
WENN ER KEINE KINDER WILL!!!!!!!


Bevor man an das Projekt "Sterilisation" geht, sollte man das natürlich vorher mit einem Facharzt (Urologen) besprechen, der kann fachlich natürlich besser Auskunft geben als ich hier und der/die ist auch am neuesten Stand.

Zu Beginn möchte ich gleich etwaige Bedenken, Gerüchte und Zweifel zerstreuen, die in diesem Zusammenhang vielleicht auftauchen könnten:

1. Die OP an sich:
war schon vor 20 Jahren ein harmloser ambulanter Eingriff. (Ich kann mich an Zahnarzt-Besuche erinnern, die unangenehmer waren)

Ich empfehle nur, sich vorher den Genitalbereich großräumig zu rasieren (haben heute ja ohnehin schon viele)
Bei der OP wird der Samenleiter durchtrennt und ein kleines Stück vom Samenleiter (ca 1-2cm) herausgeschnitten.
Dieses Stück wird dann später in einem Labor analysiert und in einem schriftlichen Befund als Samenleiter ausgewiesen.
Das ist dann eines von 2 schriftlichen Dokumenten, die Mann sich gut aufheben sollte!

Der operative Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung, Mann spürt rein gar nichts.

Alles was bleibt ist eine kleine Naht am Hodensack. Diese Nähte werden dann nach ein paar Tagen vom Arzt entfernt.
Ich kann mich auch nicht erinnern , nach der OP irgendetwas unangenehmes gespürt zu haben.
ABER ACHTUNG: Gleich nach der OP ist man noch lange nicht unfruchtbar!!!

Nach 6-8 Wochen erst kommt die Spermiogramm-Probe, da ja im Samenbeutel noch fruchtbare Spermien sein können.
In dieser Zeit bitte besonders darauf achten zu verhüten. Es ist auch nicht verkehrt, in dieser Zeit die Samenblase sooft als möglich zu entleeren :?: :D :D :D
Wie gesagt nun kommt die Spermiogramm-Untersuchung in einem medizinischen Labor.
Eine Woche vorher kein Sex - auch nicht Handbetrieb, da sich genug Samenflüssigkeit aufstauen muss! :mrgreen:

Im Befund des Labors sollte nun ersichtlich sein, dass statt einiger Millionen Spermien pro Mililiter 0 Spermien vorhanden sind.
GEWONNEN!!!!
Mann ist nun im Besitz von 2 Befunden, die Mann ab nun tunlichst im Safe aufbewahrt und nur noch Kopien davon aus der Hand gibt. Ich bin in der Vergangenheit tatsächlich schon aufgefordert worden, meine fortpflanzungstechniche Unbedenklichkeit derweitig zu "dokumentieren".
Mit diesen beiden Befunden sollten sich Vaterschaftsklagen erübrigen, und wenn Frau sagt "Ich bin schwanger", dann antwortet Mann mit "Soso, und von wem bitte???" :mrgreen:

2. Nebenwirkungen?, Impotenz?-GIBT ES NICHT!!!
alle Bedenken, mann könnte potenzmäßig nicht mehr funktionieren sind ABSOLUTER SCHWACHSINN!!!
Du spritzt ganz normal ab wie immer, nur dass eben diese gefährlichen kleinen Dinger (Spermien) nicht mehr da sind!
(Es wird ja nur der Samenleiter im Hodensack durchtrennt, der Penis wird überhaupt nicht angetastet, ebensowenig die Hoden)

Ganz im Gegenteil: Wenn Du beim Sex im Hinterkopf nicht mehr Verhütungsgedanken wälzen musst (hat Sie nun die Pille genommen?, wird das Kondom halten?...) dann f***** es sich viel entspannter und Du kannst Dich voll auf die Lust konzentrieren.

3. Die berühmte Hintertüre: Und wenn ich doch einmal Kinder möchte?
Wenn ich mit 25 keine Kinder möchte , dann möchte ich sie mit 50 immer noch nicht.
Mal Ehrlich Leute: Es ist eine binäre Entscheidung: ja oder nein - dazwischen gibt es nichts. (vielleicht ein bisserl schwanger?)
Und es ist besser DU entscheidest JETZT mit DEINEM WILLEN , als eine Frau entscheidet später nach IHREM WILLEN!!!
Medizinisch sollte aber eine RÜckgängigmachung "Refertilisation" möglich sein.

Fazit: Wen Mann keine Kinder will, sollte Mann auch bewußt etwas dafür tun - sage ich als Mann!
Möchtest Du als Mann die Verantwortung und die Mühen der Verhütung und damit auch die Enscheidung darüber in fremde Hände legen?
Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen: ich habe es in den mehr al 20 Jahren KEINE MILISEKUNDE BEREUT.
Die Frauen sind irrsinnig dankbar, und - meiner Erfahrung nach - auch williger hemmungsloser , da sie ja auch nicht im Hinterkopf die Schwangerschaft haben müssen und sich Pille, Hormone...etc sparen können.

Wer sich schon länger mit dem Gedanken trägt, die Verhütung in die eigenen Hände zu nehmen , den kann ich nur ermutigen, dies zu tun.

Wer als Mann die Verhütung nur den Frauen überlässt, der will ja ohnehin Kinder haben und das ist ja auch gut so.

Bitte auch folgendes zu bedenken: Zur Zeit ist Familienplanung und Verhütung machbar und legal.
Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen , aber in Europa wird allerorts ein starker Rechtsruck spürbar.
Sollte Europa wieder mal den strammen Rechten gehören, so wird das womöglich nicht mehr so einfach gehen, denn dann ist Familienplanung vielleich "Verrat an Volk und Vaterland" etc blabla.

jhe-62
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Re: Vasektomie

Beitrag von jhe-62 » 27. Mai 2014 09:08

hallöchen,,

also ich habe vor 12 jahern eine vasektomie machen lassen, da meine damalige partnerin und ich uns einig waren keine weitern kinder habe zu wollen ..
seither habe ich keinerlei einschränkungen im umfeld meines sexlebens bemerkt, eher im gegenteil, ich erlebe es als befreiung und geniesse jetzt ohne condome oder andere verhütungshilfen ..

lg

jhe
:-)
LG
jhe-63
:-)

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