BDSM erblich?

Wie erklärt Papa dem Nachwuchs, warum Mama aus dem Napf isst? Und was sagt der Chef zum Halsband?
Lani
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Re: BDSM erblich?

Beitrag von Lani » 17. Jun 2011 12:44

Gwenyvere hat geschrieben:Andererseits schwirrt mir noch immer ein Satz durch den Kopf, den meine Mutter einmal zu uns gesagt hat, als im Autoradio eines Tages "Manchmal, aber nur manchmal haben Frauen ein kleines Bisschen Haue gern" lief: "Niemals gibt es eine Situation, in welcher es in Ordnung ist eine Frau zu schlagen".
Das würde ich nicht in Richtung SM interpretieren, sondern eher als "Wie mach ich pädagogisdch wertvolle Erziehung nebenbei und realitätsnah" :)

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cougar
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Re: BDSM erblich?

Beitrag von cougar » 18. Jun 2011 20:23

Hi! Ich sollte vielleicht erwähnen, das ich mich noch ganz am Anfang meiner SM-Entwicklung befinde.

Meine Mutter hat uns Kinder über das Thema Sex zwar aufgeklärt und wir konnten auch Fragen stellen, aber ich habe bei Ihr immer Scham und Zurückhaltung gewittert. Hat mein Vater anzügliche Witze gemacht oder sie vor unseren Augen "getätschelt", war sie immer unangenehm berührt. Mein Vater dagegen hat zwar nie über das Thema direkt mit uns gesprochen, hat aber sein Interesse an dem ganzen nie verborgen, sondern offen gezeigt (Kalender, Zeitschriften, Videos, Witze etc.). Sexuell war er definitiv aktiver und offener als meine Mama!

Ich für meinen Teil bin eindeutig wie mein Vater. Ich schäme mich diesbezüglich nicht, weder darüber zureden, noch mir sexuelle Dinge anzusehen. Ich denke das meine Erbanlagen lediglich eine gewisse Affinität/ Neugier/ Offenheit zum Thema Sex mitgegeben haben. Wie sich meine Neigungen dann entwickelt haben, hängt alleine vom Umstand meiner Entscheidungen ab und von den Umwelteinflüssen, die meine Entscheidungen beeinflusst haben. Das heißt, was habe ich alles gesehen, gehört und selbst erlebt und wie habe ich mich in den jeweiligen Situationen entschieden: mit Verstand oder instinktiv!

Instinkt, das ist das Schlagwort!

Seit ca. 2 Jahren lese ich romantische SM-Romane! :D Als ich sie das erste Mal las, Gott wie war ich über den Inhalt schockiert. Aber könnt ihr euch denken, was mich am meisten schockiert hat? Ich war so feucht, wie nie zuvor! :oops:
Also solche Sachen hat mein Daddy definitiv nicht gemocht!! Sein Töchterchen ist hier einen Schritt weiter gegangen!

Ich habe aufgegeben es zu leugnen. Es berührt mich im tiefsten Inneren meiner Raubtierseele. Der Gedanke mich zu unterwerfen und meinem Kater meine devote Seite zu zeigen erregt mich. Ihn zu fesseln und die Macht zu haben ihm weh zutun beschert mir ein unanständiges Kribbeln! :D Ich kann meine Fantasien leider noch nicht ganz so ausleben, denn wir sind noch nicht soweit.

Hätte ich die Bücher nicht gesehen, würde ich dann eine süße Vanilla-Sex-Beziehung führen? Hätte ich mich überhaupt von den Büchern fernhalten können?

:D Neugier bringt nicht nur Katzen um!! :D

NEIN! Meine Neugier ist viel zu groß und das ist erblich! Das ein Gewisser Schmerzpegel immer noch lustvoll für mich ist, ja ich denke das ist auch erblich. Ich mag es, wenn mein Kater mich kräftiger anfasst, sonst spüre ich nehmlich nicht viel!

:idea: FAZIT: Ich denke der Grundstein von Sadismus und Masochismus ist erblich und liegt in jedem von uns (bei dem
einen tiefer vergraben und bei anderen sitzt es näher an der Oberfläche), aber sowohl Umwelt, als auch die
Person selbst sind erheblich dafür verantwortlich, ob sich diese Neigung weiterentwickelt.


LG
COUGAR

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Da Wüst
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Re: BDSM erblich?

Beitrag von Da Wüst » 21. Feb 2012 11:16

Jetzt mal ernsthaft: BDSM ist doch nicht mit Alzheimer zu vergleichen! Das ist erblich, bzw. die Veranlagung dazu. Bei BDSM würd ich mal schwer drauf tippen, daß die typischen 3 Faktoren die zur Entwicklung eines Menschen beitragen (Erziehung, Umfeld und Genetik) nicht alle eine Rolle spielen. Primär denke ich, daß das Elternhaus prägend ist. Jemand mit einer überdominanten Mutter wird evtl. zum Sadisten, jemand mit überdominantem Vater evtl. zum Masochisten. Das hängt aber auch von der persönlichen Verfassung, den bisher gemachten Erfahrungen, Grad der Schüchternheit und anderem ab, wie und inwieweit das Kind damit umgeht.
Was die Faszination bezüglich der Handschellen angeht, habe ich auch eine kleine Geschichte auf Lager: Mein Onkel war eine Zeit lang im Sicherheitsgewerbe tätig und hat mir mal spaßeshalber die Handschellen angelegt. Mir war das schon damals unangenehm. Könnte natürlich sein, daß ich deshalb auch für rund 3 Jahre im Sicherheitsdienst gelandet bin und letzten Endes zum sadistischen Dom wurde... Wenns jetzt um die kindliche Faszination an den Handschellen geht, das ist recht schnell erklärt. Es ist etwas Neues, Unbekanntes und zudem ein Machtinstrument und das fasziniert Kinder eben (die Faszination für Machtinstrumente hält bei einigen eben bis ins Erwachsenenalter an :-) ). Die Aussage, obs gefällt oder nicht darf man nicht zu ernst nehmen. Gepaart mit der Faszination gefällt Kindern unglaublich viel, mal abgesehen davon sind Kinder begeisterungsfähig in einem Maß das uns als Erwachsenen in den meisten Fällen abhanden gekommen ist.

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