Jobsuche und ähnliches

Wie erklärt Papa dem Nachwuchs, warum Mama aus dem Napf isst? Und was sagt der Chef zum Halsband?
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Marnie
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Jobsuche und ähnliches

Beitrag von Marnie » 20. Apr 2010 22:08

Weil es mich gerade extrem beschäftigt... Wie macht Ihr das? Flügge werden aus dem ersten Job? Oder auch ganz allgemein Jobsuche. Habt Ihr da Erfahrung?

Meine erste Jobsuche war irgendwie ganz OK - ich hatte halt ein Diplom in der Tasche, keinen Job und hab anhand von ein paar Muss- und ein paar Wäre-schön-Kriterien einen gesucht. Hab Angebote durchgeforstet, mich beworben, wenn mir was halbwegs gepasst hat. Im Endeffekt bin ich nur in dem Bewerbungsgespräch zu dem Job positiv aufgefallen, den ich sofort beim Lesen der Anzeige schon ins Herz geschlossen hatte. Das mit dem Verstellen war wohl so eine Sache... Wie auch immer, es waren 3 tolle Jahre aber obwohl es immer noch interessant ist, und die Kollegen immer noch nett usw. fange ich doch an, die anfangs angehimmelten Bezugspersonen kritisch zu hinterfragen, über den Tellerrand zu schauen, zu sehen, was ich in der Firma alles NICHT machen kann, woanders aber möglicherweise schon und irgendwie kribbelt es schon in den Beinen und juckt in den Fingern und sagt: Zeit, was Neues zu machen!

Wäre da nicht auch eine Spur Trägheit in einem gemütlich eingerichteten Leben. ;) Keine Lust, nach einem Arbeitstag an Lebensläufen zu feilen und Suchmaschinen zu durchforsten. Wie habt Ihr Euch motiviert, solch eine Suche ernsthaft anzugehen? Wie habt Ihr Eure Prioritäten definiert? Habt Ihr genauso wie das erstemal Angebote studiert, oder eher über verschiedentliche Kontakte den Einstieg irgendwo anders gefunden? Woher ein Zeugnis über die letzten Jahre nehmen und nicht stehlen? Und wie funktioniert die Trennung von dem bisherigen Arbeitgeber?

*sich schon im Voraus irgendwie erschlagen fühlt*

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TheSeeingOne
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Re: Jobsuche und ähnliches

Beitrag von TheSeeingOne » 21. Apr 2010 06:23

Oha, das ist echt ne schwierige Frage.

Von meinem Ausbildungsbetrieb bin ich damals nach einem 1-Jahres-Vertrag weggegangen, weil die das mit der Verlängerung nicht hinbekommen haben und ich obendrein das Problem hatte, immernoch die "Azubine" zu sein. Gleichwertige Kollegin keine Spur.

Ich habe mir dann über die Anzeigen vom Arbeitsamt eine neue Stelle besorgt. Das diese ein Schuß in den Ofen werden würde, konnte ja keiner ahnen. Die anfängliche Euphorie war bei mir schon nach ca. 1 Monat weg, als ich hinter die Fassade blicken konnte. Die Kollegen/-innen waren zwar teilweise sehr nett, konnten aber auch gegen die Probleme da nichts machen. Bei mir schlug es auf die Gesundheit mit allen Konsequenzen. Ich habe selber gekündigt und bin gegangen.

Danach war es sehr schwer für mich, wieder Fuß zu fassen. Ich habe beim Arbeitsamt, in Tages-/Wochenzeitungen, in Internetbörsen a la "Ungeheuer" gesucht, aber bin überall entweder gar nicht zum Gespräch eingeladen worden oder wurde nachher abgelehnt. Leider musste ich auch manchmal absagen, weil die Vorstellungen der Firmen sehr komisch waren. Aber wenn ich dann mal endlich gesucht habe, dann auch vergleichsweise konsequent. Allerdings habe ich auch oft erstmal angerufen, bevor ich ne Bewerbung geschickt habe, daß hat Zeit und Porto gespart. Bei mir traf definitiv nicht zu, daß ich über 100 Bewerbungen geschrieben habe.

Au weia, ich hoffe, ich schweife nicht vom Thema ab. Kurz und grün: in meinem ursprünglichen Ausbildungsberuf (Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleisung) konnte ich nie richtig Fuß fassen, deswegen mache ich jetzt nochmal ne Ausbildung zur Fachinformatikerin für Systemintegration. Ein ganz neuer Weg, Technik hat mich schon immer fasziniert, warum dann nicht endlich doch die richtige Richtung einschlagen?

Du mußt wissen, ob du schon so viele Hummeln im Popo hast, daß du es nicht mehr bei deinem jetzigen Arbeitgeber aushältst. Die Jobsituation ist momentan mehr als Scheiße, man bekommt sogar sehr schwer Praktikumsplätze, selbst wenn man sie fürs Diplom braucht. Wenn du dich dort trotzdem noch irgendwie wohl fühlst und auch noch mit deiner Arbeit klarkommst, würde ich momentan auf jeden Fall bleiben. Ist für dich keine zusätzliche Schulung, ein Zertifikat, was du irgendwo neben dem Beruf machst, nicht eine Option? Dann kriegst du frischen Wind um die Nase, mußt aber deinen Job und deine Absicherung nicht aufs Spiel setzen. Was machst du überhaupt beruflich? Kann man sich in dem Bereich fortbilden? Würde dich vielleicht sogar deine Firma unterstützen dabei?

Ich hoffe, ich habe nicht zu sehr rumgeschafelt. ;)

LG,

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Zinfandel
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Re: Jobsuche und ähnliches

Beitrag von Zinfandel » 21. Apr 2010 07:16

Ich bin derzeit in meinem dritten Job seit dem Examen und auf der Suche nach dem vierten. Und zur Jobsituation: Ende vergangenen Jahres war es extrem mies, aber wenn man die Osterflaute mal wegrechnet, schaut es derzeit wieder deutlich besser aus. Wobei man natürlich zwischen Neujahrslähmung, Osterflaute, Sommerpause und Winterschlaf gar nicht so viele Monate hat, in denen sich was tut. ;)

Zum "Bewerbungsaufwand": Nimm Dir mal Deine Bewerbungen von vor drei Jahren her, meist kann man darauf ganz gut aufbauen. Dann ist es mal ein Sonntag Arbeit, sich für die erste Stelle wieder zu bewerben - Lebenslauf aktualisieren, Bewerbungsschreiben neu verfassen, den ganzen anderen Kram zusammensuchen - und dann passt das schon. Drei Jahre ... je nachdem, wie sehr Du Dich in der Zeit verändert hast, kannst Du sogar möglicherweise das Bewerbungsbild von damals weiter verwenden, sonst eben mal fix nen Termin beim Fotografen machen, ist auch nicht der Megaaufwand.

Wenn dann die erste Bewerbung steht, geht der Rest schnell von der Hand. Bei mir gibt es so zwei, drei "Stellentypen", auf die ich mich bewerbe - und dann kann man doch große Textblöcke des Anschreibens wieder verwenden und nur noch etwas herausarbeiten, was konkret in der Stellenanzeige steht.

Und ich bin da anderer Meinung als Tigga, nicht abwarten, sondern jetzt ganz entspannt anfangen zu suchen. Jetzt hast Du noch die Freiheit, alles abzulehnen, was nicht optimal ist. Wenn dann der Tag kommt, wo Du in Deinem aktuellen Job gefrustet bist, hast Du sie nicht mehr. Und naja ... je nach Vorstellung vom neuen Job gibt es da nun auch nicht grad 20 Jobs im Monat. Wenn ich derzeit einen pro Woche finde bin ich schon glücklich. Und alleine der Bewerbungsprozess dauert im Normalfall zwei bis drei Monate. Das zieht sich einfach dermaßen. Und irgendwo ist die Jobsuche auch immer Glückssache, auch wenn alle "harten" Faktoren passen.

Nach meiner Erfahrung dauert es locker mindestens ein halbes, eher ein Jahr zwischen: "Hmmm, ich könnte ja mal schauen ..." bis zum ersten Arbeitstag im neuen Job. Ich hatte auch schon die Situation, dass ich mich Ende September beworben habe, Mitte Oktober Bewerbungsgespräch, einen Tag später die Zusage und am 1.12. den ersten Arbeitstag. Aber nach meiner Erfahrung ist das die absolute Ausnahme.

Jaja, die Trägheit ... die kenne ich nur zu gut. *lach* Aber sieh es so: Wenn die Bewerbung erstmal wieder steht, ist der Aufwand für weitere Bewerbungen wirklich überschaubar. Und eine geschriebene Bewerbung heißt ja noch nicht, dass Du jetzt gleich Dein Leben umkrempeln musst - es gibt Dir möglicherweise die Option, in eine interessante Stelle zu kommen. Man hat sehr schnell das Bauchgefühl, ob die Stelle passt oder nicht. Wenn es ein telefonisches Vorauswahlgespräch gab, hatte ich es immer schon dann, sonst im Vorstellungsgespräch. Da merkt man einfach schon sehr schnell das Klima im Unternehmen, die Anforderungen an die Stelle usw.

Ach ja, Stellenanzeigen: Durchforste die großen Jobsuchmaschinen (fazjob, monster, jobscout, stepstone und wie sie alle heißen), dort kann man überall Suchprofile anlegen. Dann bekommst Du die für Dich interessanten Stellen per Mail immer zugeschickt und musst nicht immer neu suchen. Aber als Vorwarnung: Diese Suchprofile an sich sind Mist. Da kommt immer viel mehr rein, als man eigentlich braucht. Also nur nicht wundern. Wenn die Profile einmal angelegt sind, hast Du auch hier wieder kaum Aufwand. Dazu dann natürlich noch den Stellenmarkt der regionalen Tageszeitung durchschauen. Du wirst insgesamt recht schnell mitbekommen, wo für Dich relevante Jobs veröffentlicht werden und wo nicht. Falls Du Wunscharbeitgeber hast, lohnt es auch, bei denen regelmäßig die Stellenseiten durchzugehen (Ordner "Stellen" in der Favoritenliste und 1x pro Woche die Seiten durchklickern, auch wieder ein überschaubarer Aufwand). Aber meiner Erfahrung nach findet man die interessanten Stellen nicht nur einmal, wenn man sich entsprechend breit aufgestellt hat.

Stichwort Zwischenzeugnis. Das ist so eine Sache, das kommt wohl auch einfach auf Deinen Arbeitgeber an. An sich hast Du das Recht, alle zwei Jahre ein Zwischenzeugnis einzufordern (oder falls der Vorgesetzte wechselt, Du einen neuen Job im Unternehmen machst usw.). Je nach Arbeitgeber kann es Dir dann aber natürlich passieren, dass Du Dich allein mit so einer Anfrage selbst ins Abseits schießt, weil er dann denkt, Du machst das ja nur, weil Du wechseln willst. Hier solltest Du Dich vielleicht mal bei Kollegen umhören, wie zu dem Thema so das "Klima" im Unternehmen ist.

Aber: Kein Arbeitgeber erwartet in der Bewerbung ein Zeugnis des aktuellen Jobs. D.h. Deine Unterlagen sind nicht unvollständig, wenn das fehlt. Beschreibe im Anschreiben und im Lebenslauf sehr konkret, was Du derzeit genau machst. Die Tatsache, dass Du Dich aus ungekündigter Stellung heraus bewirbst zeigt ja, dass Du kein Volldepp bist. ;)

Und die Trennung beim Arbeitgeber verlief bei mir eigentlich immer recht problemlos. Ich bin niemand, der sich dann ab dem Tag nach der Kündigung krankschreiben lässt, ich hab das bisher schon immer durchgezogen. Beim ersten Mal wollte der Chef mir dann einen halben Tag streitig machen (letzter Arbeitstag war Mittwoch, ich hatte noch 2,5 Urlaubstage und wollte Freitag das letzte mal kommen), ein kurzer Hinweis auf meine Überstunden und die Bedeutung, wenn ich drauf bestehe, die noch entsprechend zu nehmen (das wären ca. 2 Wochen gewesen), hat ihn dann aber doch überzeugt, mir den halben Tag zu geben. Beim zweiten Mal lief es ebenfalls recht problemlos, noch Dinge, die getan werden müssen, erledigt, außerdem ne sinnvolle Übergabe gemacht und weg war ich. Für die meisten Arbeitgeber ist es ja nichts ungewöhnliches, dass ein Mitarbeiter kündigt, auch wenn es für Dich natürlich etwas besonderes und das erste Mal ist. Insofern kannst Du da ganz entspannt sein.
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Re: Jobsuche und ähnliches

Beitrag von ThinkPad » 22. Apr 2010 10:12

Meine 2 ct... Ich halte es auch fuer "hergeredet", dass im Moment die Situation am Stellenmarkt soo schlecht ist. Ich habe Suchanfragen im Freiberufler Stellenmarkt und der eilt den Festanstellungen immer voraus. Dort ist seit Ende letzten Jahres ein Anstieg zu verzeichnen, d.h. es sollte auch an Festanstellungen inzwischen wieder eine brauchbare Anzahl geben. Generell ist es so, dass du nichts zu verlieren hast. Begeh nicht den Fehler der "underestimation of power". Die suchen einen neuen Mitarbeiter. Du hast einen Job. Du kannst also ganz entspannt rangehen und dir alles anschauen. Und wenn's nix wird, hast du wieder ein Gespraech mehr gehabt, eine Firma mehr gesehen und Erfahrung gewonnen.
Eins aber noch: Ich habe inzwischen 5 Firmen laenger von innen gesehen und war bei diversen Gespraechen etc.. Und natuerlich gibt es Dreckslaeden und es gibt Firmen die ganz ok sind. Aber: Nachteile haben sie alle. D.h. eine Euphorie ala "jetzt wird alles perfekt" ist eher nicht begruendbar :)
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Re: Jobsuche und ähnliches

Beitrag von Wildruebe » 22. Apr 2010 20:35

Wir hatten uns ja schonmal privat drüber unterhalten, aber die große Runde bringt sicher noch mehr gute Ideen. Wobei ich mich ja anders als die meisten hier noch im akademischen Durchlauferhitzer befinde... Dementsprechend ist es ziemlich klar, dass ich spätestens zum neuen Jahr etwas Neues haben muss. Daher hat mir schon im Oktober mein Chef nahegelegt, dass ich mich rechtzeitig nach etwas Neuem umschauen sollte, weswegen ich dann vier Wochen später meine erste Bewerbung versandte (gut, war vielleiht etwas sehr früh) :) Als ich dann Anfang März mein erstes Vorstellungsgespräch hatte, hat er dann ein bisschen gegrummelt, dass das doch etwas schnell sei, aber hat mich dann fürs Vorstellungsgespräch gecoacht, was ich sehr lieb fand.

Das Angebot war aber nix, und nachdem ich mich dann dagegen entschieden hatte, habe ich erstmal eine Vertragsverlängerung bekommen, damit ich ein Projekt noch weiterführen soll. Persönlich sehe ich das ein bisschen zwiespältig, da ich weiß, dass ich hier langfristig nicht bleiben werde und mich schon wie auf gepackten Koffern fühle und auch z.B. keine Beziehung mehr eingehen würde, keine langfristigen Planungen machen, .... Die persönliche und beruflicher Zukunftsunsicherheit finde ich ziemlich unangenehm. Aber ich sehe schon, dass die Projektfortführung sinnvoll ist, und den Goodwill des Chefs erhalten ist auch ein wichtiges Kriterium.

Neulich habe ich bei einem Bewerbungstraining (vom Arbeitgeber bezahlt), dass es zwei Arten von Leuten in meiner Position gibt: die einen machen sich schon Monate vorher Stress, bevor sie abschließen, weil sie eine klare Perspektive brauchen. Dementsprechend steigen sie gleich ohne Pause in den nächsten Job ein. Dazu gehöre sicher ich. Die anderen schließen erst einmal ab, sehen sich dann in Ruhe um, erfüllen sich in der Übergangszeit noch ein paar Träume wie eine Weltreise und steigen dann ein (ein Kollege von mir ist da ein Beispiel, der vor zwei Tagen fertig geworden ist). Das überraschende Fazit sei, dass der erste Typ am Schluss zufriedener sei. Ich will's hoffen, bisher kann ich noch nicht so ganz daran glauben ;)
Zinfandel hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung dauert es locker mindestens ein halbes, eher ein Jahr zwischen: "Hmmm, ich könnte ja mal schauen ..." bis zum ersten Arbeitstag im neuen Job.
Neulich hatte ich ein sehr positives Gespräch, wo der wunde Punkt dann schließlich war, dass ich noch über ein halbes Jahr brauchen würde zum Einstieg. Aber immerhin ist schon einmal ein Kontakt da. Und viele große Firmen sind da ja sehr schwerfällig, im Ausland müssen rechtzeitig Visa beantragt werden etc...
Zinfandel hat geschrieben:Zum "Bewerbungsaufwand": Nimm Dir mal Deine Bewerbungen von vor drei Jahren her, meist kann man darauf ganz gut aufbauen. Dann ist es mal ein Sonntag Arbeit, sich für die erste Stelle wieder zu bewerben - Lebenslauf aktualisieren, Bewerbungsschreiben neu verfassen, den ganzen anderen Kram zusammensuchen - und dann passt das schon.
Ich brauche immer für jede Bewerbung sehr (zu) lange, hoffentlich wird das bei den nächsten etwas flotter. Ich passe den Lebenslauf auch immer auf jede Stelle an (stelle die relevantesten Qualifikationen in den Vordergrund), informiere mich ziemlich eingehend über jeden Arbeitgeber (und mache das im Anschreiben deutlich) etc. Mein typischer Perfektionismus ist dabei sicher auch ein Faktor.
Zinfandel hat geschrieben:Drei Jahre ... je nachdem, wie sehr Du Dich in der Zeit verändert hast, kannst Du sogar möglicherweise das Bewerbungsbild von damals weiter verwenden, sonst eben mal fix nen Termin beim Fotografen machen, ist auch nicht der Megaaufwand.
Wie war das nochmal: " 'Oh!' sagte Herr Keuner und erbleichte." Wobei ich mich sehr stark mit der angelsächsischen Bewerbungskultur auseinandergesetzt habe (einige Stellen dort im Auge) und auch in Deutschland bisher konsequent den amerikanischen Bewerbungsstil gewählt habe (also auch ohne Foto). Ist sicher ein Risiko, hat aber bisher ganz gut geklappt. Viele Großkonzerne haben aber auch schon den Bewerbungsprozess internationalisiert.
Zinfandel hat geschrieben:Durchforste die großen Jobsuchmaschinen (fazjob, monster, jobscout, stepstone und wie sie alle heißen), dort kann man überall Suchprofile anlegen.
Monster finde ich ziemlich gut. Ansonsten habe ich ziemlich viel über persönliche Empfehlungen von (ehemaligen) Kollegen mitbekommen, obwohl ich nicht einmal der Riesen-Networker bin. Habe aber neulich gelernt, dass Geschwindigkeit häufig wichtiger als übermäßige Perfektion sei.
Tigga hat geschrieben:Die Jobsituation ist momentan mehr als Scheiße, man bekommt sogar sehr schwer Praktikumsplätze, selbst wenn man sie fürs Diplom braucht.
Da stehen die Zeichen ja glücklicherweise so, dass es wieder etwas besser wird. Ist natürlich aber auch branchenabhängig.
Marnie hat geschrieben:Woher ein Zeugnis über die letzten Jahre nehmen und nicht stehlen?
Also bei mir gingen die meisten Bewerbungen bisher in den angelsächsischen Raum (der auch zur Zeit meine Präferenz ist), und dort sind ja eh Referenzen üblich, dass sich der neue Arbeitgeber beim alten erkundigt. Insofern habe ich da mit offenen Karten gespielt und verhandelt, welche Projekte noch abgeschlossen werden sollen und wann ungefähr der Wechsel geplant ist. Vielleicht kannst du dabei ja auch deine Gründe erläutern und fragen, ...
Zinfandel hat geschrieben:Und irgendwo ist die Jobsuche auch immer Glückssache, auch wenn alle "harten" Faktoren passen.
Die harten Faktoren entscheiden ja nur, ob man eingeladen wird. Danach sind ja hauptsächlich die weichen Faktoren entscheidend.
Marnie hat geschrieben:Das mit dem Verstellen war wohl so eine Sache...
Wenn man sich bei einem Bewerbungsgespräch verstellen muss, wäre es auch eine Katastrophe, wenn man damit durchkommt.
Zinfandel hat geschrieben:Da merkt man einfach schon sehr schnell das Klima im Unternehmen, die Anforderungen an die Stelle usw.
Und man sollte immer sehen, dass es ein Bewerbungsgespräch für beide Seiten ist. Und möglichst in einer Position hineingehen, wo man es sich leisten kann nein zu sagen.
Marnie hat geschrieben:zu sehen, was ich in der Firma alles NICHT machen kann, woanders aber möglicherweise schon
... ob es da nicht vielleicht doch Möglichkeiten gibt? Also nicht in erster Linie kommunizieren "ich möchte gehen", sondern "ich möchte mich in der und der Richtung weiterentwickeln, gibt es hier Möglichkeiten?" (Und dann werden die sich selber denken, dass du auch die Nase nach außen ausstreckst). Habe allerdings selbst keine Erfahrung mit der "richtigen" Arbeitswelt und weiß nicht, ob man da so vorgehen kann.
Zinfandel hat geschrieben:Und die Trennung beim Arbeitgeber verlief bei mir eigentlich immer recht problemlos.
Meine erste und einzige Kündigung verlief ziemlich überstürzt und hat auch anfangs für Missstimmungen gesorgt. Allerdings habe ich auch Wert darauf gelegt, das Ganze in einem geordneten und einigermaßen "runden" Zustand zu übergeben, und am Schluss zahlreiche Nachtschichten eingelegt, damit die Übergabe noch in der kurzen Zeit komplett wurde. Daher haben wir uns am Schluss doch im Guten getrennt. Das werde ich auch so machen, wenn mein Vertrag bald ausläuft: ich würde mich auch sehr ärgern, wenn das alles für die Tonne gewesen wäre, was ich an Arbeit reingesteckt hatte.

Ist sicher nicht mein letztes Wort in dem Thread, aber ich wünsche allen schonmal viel Erfolg!

Erika

Re: Jobsuche und ähnliches

Beitrag von Erika » 22. Apr 2010 21:50

Wenn Du Dir selber noch nicht ganz sicher bist würde ich an deiner Stelle auch erstmal nach Fortbildungen Ausschau halten. Ich denke nicht das es so einfach ist einen einigermaßen guten Job zu finden. Ich hatte noch nie einen auch nur annähernd perfekten Job. Man sollte schon auch zu schätzen wissen was man hat.
Es kommt natürlich da schon auf die Branche an und deine Erwartungen bzw. Bedingungen an den Job.
Bei mir ging das immer alles sehr schnell. Bei meinem aktuellen Job innerhalb von einem Monat (Bewerbung, Vorstellung, Anfangen). Ich bin jetzt in meinem 4. richtigen Job, und hatte noch einige kleiner Sachen dazwischen. Die Zeit für die Übergabe sollte man nicht unterschätzen.
Was auch ganz gut ist, einfach mal Bekannte in deinem Berufszweig ansprechen das Du dabei bist Dich um zu schauen. Da kommt doch oft ein wichtiger Undergroundtip.
Viel Glück wünscht Nina Erika :-)

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Marnie
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Re: Jobsuche und ähnliches

Beitrag von Marnie » 23. Apr 2010 01:06

Grrrrr... Jetzt hat das Forum meinen langen Beitrag gefressen, weil ich zwischendurch was anderes gemacht habe.
Aber auf jeden Fall danke erst mal für die ganzen Tipps.

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