Outing auch im Beruf?

Wie erklärt Papa dem Nachwuchs, warum Mama aus dem Napf isst? Und was sagt der Chef zum Halsband?
Kissnfire
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Kissnfire » 11. Aug 2009 12:28

Ein Outing im Beruf halte ich für nicht sinnvoll. Wieso sollte ich / man das tun? Gesteigertes Mitteilungsbedürfnis muß nicht zum Zuge kommen, und, wie weiter oben ja schon erwähnt wurde, hat SM immer auch etwas mit meiner und anderer Leute Sexualität zu tun - allein schon von daher besteht keinerlei Grund, das ganze offensiv in die Öffentlichkeit zu tragen.
Überdies muß man stets damit rechnen, daß auch Personen mit diesen Kenntnissen in Kontakt kommen, die Probleme mit derartigen "Spielereien" haben. Wieso völlig unnötig ein Konfliktpotential schaffen?
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Wildruebe
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Wildruebe » 26. Aug 2009 18:21

Mit "nicht verstecken, aber nicht herausposaunen" meine ich, es auf Nachfrage zu sagen bzw. wenn das Gespräch auf das Thema SM oder sexuelle Neigungen kommen sollte. Wenn es sich sinnvoll ergibt und man den Eindruck hat, dass man diese Offenbarung den Gesprächspartnern nicht aufdrückt, sondern sie ein ernsthaftes Interesse haben.

tomasaik
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von tomasaik » 24. Sep 2009 07:49

Dieses Thema ist auch für mich von Belang, allerdings in einer anderen Richtung. Ich arbeite als Lehrer und als solcher habe ich es nicht nur mit Lehrerkollegen zu tun, sondern auch mit Eltern und natürlich auch mit Schülern, die allesamt vom Alter her "junge Erwachsene" sind.

Bis jetzt weiß niemand von meiner SM-Neigung und meinen Fetischen. Meiner Ansicht geht es auch keine dieser drei Gruppen an. Nun denke ich aber darüber nach, mich in der SZ registrieren zu lassen und dort auch ein Foto von mir einzustellen. Damit "oute" ich mich ja schon, zumindest wäre dies ein öffentliches Bekenntnis.

Was meine Arbeitskollegen angeht, so ist es mir egal, wenn diese ein Profil von mir in der SZ zu sehen wäre. Sie würden sich ja selbst als Surfer auf SM-Seiten outen. Und man kann auch Einstellungen vornehmen, dass nicht jeder das Foto sehen kann.

Meine Probleme beziehen sich eher auf Eltern und Schüler. Und da für die meisten hier die Schulzeit noch nicht lange vorbei ist:

"Wie wärt ihr damit umgegangen, wenn ihr erfahren hättet, dass euer Lehrer SM´ler ist und den einen oder anderen Fetisch hat?"

Und für die, die schon Eltern sind oder sich in die Rolle von Eltern hineinversetzen können:

"Wie würdet ihr damit umgehen, wenn ihr erfahren würdet, dass der Lehrer eures Kindes SM´ler ist?"

Sollte dieser Beitrag hier in diesem Threat unpassend sein, dann bitte eine Nachricht an mich und ich ändere es bzw. die Admins können es gern ändern.

Ich würde mich über Antworten, Nachrichten usw. freuen.

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Zinfandel
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Zinfandel » 24. Sep 2009 08:37

Zur SZ: Man kann einstellen, dass Nur Real-/Premium-Mitglieder das Foto sehen können, damit wäre zumindest so halbwegs sichergestellt, dass derjenige, der Dich erkennt, selbst SMler ist - und damit hätte er dann wohl auch kein Problem.

Wenn es die Kinder/Jugendlichen erfahren: Kinder können grausam sein. Wobei auch hier wieder die Frage wäre: Wie sollen sie es erfahren?! Du wirst ja kaum Deine Sub an der Leine über den Schulhof kriechen lassen oder umgekehrt. Und ich gehe auch mal nicht davon aus, dass Du den Ring der O offen trägst. Letztlich fällt es mir schwer zu glauben, dass es rauskommt, jedenfalls solange Deine Schüler unter 18 sind. Wenn Du auch Oberstufler hast, könnte es natürlich theoretisch passieren, dass Du einen von denen mal auf ner Party triffst. Im Normalfall sind die aber selbst nicht sonderlich scharf drauf, sich zu outen.

Und bei den Eltern ist es ähnlich - sollte es tatsächlich jemand rausfinden, dann vermutlich, weil er/sie selbst SMler ist. Und SMler haben mit SMlern ja kein Problem, also denke ich ist das unkritisch. Hier wäre höchstens das Szenario denkbar, dass sie es über die Kinder/Jugendlichen erfahren. Ich denke ein "wie würdet Ihr reagieren" ist hier eine schwierige Frage, weil praktizierende SMler wohl kein Problem damit haben, wenn der Physiklehrer des Sohnemanns selbst mal die Peitsche schwingt.

Letztlich sollte man - gerade wenn man in einem solchen Beruf arbeitet - wohl mal ein bissl Hirnschmalz in eine Art Risikomanagement investieren. Natürlich: Je mehr Öffentlichkeit (Stammis, Partys, öffentliches Spielen, öffentlich Symbole oder Kleidung tragen), desto höher ist auch das Risiko, entdeckt zu werden. Wer nur im heimischen Schlafzimmer hinter zugezogenen Vorhängen spielt, wird wohl kaum mit einem unfreiwilligen Outing zu rechnen haben. Hier sollte man abwägen, was einem so viel bedeutet, dass man das Risiko bereit ist einzugehen, und worauf man verzichten kann. Um bei der SZ zu bleiben - muss es denn ein Foto sein, auf dem man Dich erkennt? Andererseits sind aber vielleicht Partys genau das, was Dir/Euch einen zusätzlichen Kick bringt und es wäre ein Verlust, darauf zu verzichten.

Und dann solltest Du Dir gewisse Strategien zurechtlegen, wie Du reagierst, falls Du damit konfrontiert wirst - von Lehrern, von Schülern, von Eltern. Quasi Szenarien durchplanen, ggf. auch bestimmte Dinge schon ausformulieren und selbst immer wieder vorlesen. Dann reagierst Du im Fall der Konfrontation nicht panisch, sondern hast die Sicherheit, etwas durchdachtes zu tun. Letztlich macht das jedes Unternehmen so, also warum nicht auch im privaten Bereich?! ;-) Leugnen ist selten der richtige Weg, weil man damit den Eindruck vermittelt, es gäbe etwas zu verstecken und es wäre "schlimm". Aber das heißt ja nicht unbedingt, dass man sofort allen erzählen muss, dass man sich gerne bis aufs Blut auspeitschen lässt und dass Natursektspielchen einem den richtigen Kick geben.

Vielleicht lässt es sich ja etwas "runterspielen" im Sinn eines offenen Umgangs mit der eigenen Sexualität ... Vergleich mit Swingern (ist zwar jetzt auch nicht komplett anerkannt, aber ich würde mal behaupten eher als SM) ... oder eben dass man sich gerne sexy anzieht. Sprich: Erstmal rausfinden, was der Gegenüber überhaupt weiß, und mal nicht mehr bestätigen. Sonst outet man sich am Ende als Hardcore-SMler vor jemandem, der sich eigentlich nur darüber aufregt, dass man etwas freizügiger rumläuft. ;-)
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Seth743
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Seth743 » 28. Sep 2009 22:12

Bei mir geht es im moment noch eher um den Job als um die Familie. Dabei ist das haupsächliche Problem das ich
in einer eher Konservativen Branche arbeite (Oberflächenbeschichtung mit Kunden aus der Automobilbranche)
jedoch zum Glück a) einen sehr integern Chef habe der nicht gleich alles an die große Glocke hängt und
b) der Juniochef selbst eher der Subkulturen angehört (Metal hörender IT-Freak). Dazu kommt noch ein
Führungswechsel in einigermaßen absehbarer Zukunft.

Dennoch werde ich es eher für mich behalten solange es geht.

Für mich wäre auch früher ein Lehrer mit ambitionen im BDSM bereich kein problem gewesen. Ebenso nicht
wenn ich es als Elter (Ja es gibt einen Singular von Eltern) Aber das liegt dann daran das ich selbst ja
entsprechende Kontakte habe. Jedoch immer unter der Bedingung das es keine Spiele auf dem Pausenhof
gibt und der Lehrer im Unterricht nicht aktiv auf das Thema eingeht.

Mondsüchtig
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Mondsüchtig » 18. Okt 2009 14:19

Oh sh.. das letzte Posting hat mich jetzt nachdenklich gemacht.. ich war kürzlich bei einem Kunden, der Oberflächenthemen u.a. im Automotive-Umfeld entwickelt :D

Und was zeigt uns das? SM ist überall - wir wissens eben nur nicht.

Bei mir ist Outing im Beruf überhaupt kein Thema und kann auch keines sein. Ich arbeite im Kundenverkehr, äußerliche Anzeichen - vom Ring vielleicht abgesehn, den ich nicht besitze - KANN ich gar nicht tragen und mir fällt auch nach längerem Nachdenken kein Grund ein, weshalb ich meinen Kollegen irgendwas von meinen sexuellen Vorlieben erzählen sollte.

Die wissen schon, dass ich eher "schwarz" weggehe - das reicht. Und woher sie das wussten - schon zu anfang - ist mir bis heute ein Rätsel.. irgendwer faselte mal was von "lange schwarze Haare hat man ja nur noch in dieser Szene".

Wenn sie sich darüber hinaus irgendwas ausdenken wollen - fein.
Aber sagen würde ich nichts. Ich lüge nicht, wenn einer fragt, aber ich antworte einfach nicht, wenn ich der Meinung bin, es geht denjenigen nichts an.

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Carisa
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Carisa » 11. Nov 2009 11:43

Zinfandel hat geschrieben:Zur SZ: Man kann einstellen, dass Nur Real-/Premium-Mitglieder das Foto sehen können, damit wäre zumindest so halbwegs sichergestellt, dass derjenige, der Dich erkennt, selbst SMler ist - und damit hätte er dann wohl auch kein Problem.
em da ich da grad eine etwas irritierende Erfahrung gemacht hab: man kann die bilder dann ggf. nicht anklicken, aber wenn man z.b. explizit nach deinem Nick gesucht hat und sich dann die Fotos anzeigen lässt, sieht man zumindest den Thumb noch...also Bilder ggf. auch dann als Ü18 markern...
Das Leben ist eine zu 100 % tödliche Krankheit, die auf sexuellem Wege übertragen wird.

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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Garden » 11. Nov 2009 12:06

Ich glaub Zin hat an der Stelle explizit das Profil-Foto gemeint.

Was die Galerie angeht hast du damit natürlich recht.
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Zusatzstoff
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Zusatzstoff » 11. Nov 2009 13:05

Carisa hat geschrieben:ich bin nicht direkt geoutet...ich trage meinen Ring der O immer und dadrauf hat mich ein Kollege auch mal angesprochen
und die beiden anderen Kollegen, die ich letztens bei Baumwollseil getroffen hab, werden ziemlich sicher den Mund halten, mal abgesehen davon, dass die um einiges älter sind
die gleichalten Kollegen haben keinen Plan und ich werde auch nichts tun, dass die auf die Idee kämen, zumal ich eh kaum Halsband oder so trage
aber von dir gibt es ja zb hier direkt dein profilbild, icq-nummer, wohnort usw.. dann noch die möglichkeit mit dem vortreffen beim stammtisch, wenn man neu ist..
das wäre mir persönlich einfach zu viel...
im netz benutze ich die verschiedensten nicks auf verschiedenen seiten, poste keine bilder, wo man mich erkennen könnte und gebe auch sonst keine daten an.. auch nicht auf nicht-sm-seiten...
habe einfach schon schlechte erfahrungen gemacht und so schön es ist vernetzt zu sein und viele kontakte zu haben und sich mitteilen zu können.. privatsspäre ist noch viel besser..

ich denke, ich bin in meinen neigungen und und vorlieben noch recht "harmlos", aber selbst das könnte mir im arbeitsumfeld das genick brechen. ich arbeite im sozialen bereich und wer will schon, daß sich ein "perverser" um seine schutzbedürftigen angehörigen kümmert?
ich weiß, daß ich meine arbeit gut mache und das niemals vermischen würde.. ich bin ja kein schlechter mensch.. vielleicht macht mich das ganze sogar noch zu einem besseren mitarbeiter, eben weil ich auch über zusammenhänge nachdenke.. über macht und machtmißbrauch zb.. trotzdem hat das thema meiner eigenen vorlieben auf arbeit nichts verloren.

wenn man kollegen hat und mit diesen befreundet ist und die freundschaft einen höheren stellenwert hat als das kollege-sein, dann käme das thema vielleicht zur sprache, aber dann erzähle ich das einem freund und nicht meinem kollegen.. man muß die leute nur richtig einschätzen...

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Mahr
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Re: Outing auch im Beruf?

Beitrag von Mahr » 25. Nov 2011 09:04

"Don't ask - don't tell" ist für die Schwulen/Lesben beim US-Militär gerade gekippt worden. Ich sehe an der Stelle das gleiche Problem, nur dass es keine BDSM-Bewegung gibt. Trotzdem würde ich einem 08/15-Arbeitgeber das nicht auf die Nase binden, nur wäre halt schön wenn es egal wäre und man es *könnte*.

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